(WKr) Mit Konsequenz, Kontinuität und einem proaktiven Ansatz erhöhen Unternehmen ihre Chancen bei der Kreditvergabe. Nachstehend lesen Sie, wie dies in fünf Phasen geht.
Während die Banken extrem vorsichtig bei Krediten geworden sind, haben auch die Institute ihre Anfor-derungen an die Kreditnehmer verschärft. Doch wegen der Finanzkrise müssen keine Nachteile bei der Kreditvergabe entstehen! Ich zeige Ihnen, wie man mit einer einfachen Fünf-Punkte-Strategie die Chancen auf Fremdfinanzierung erhöht.
1. Unterlagen permanent parat haben
Ich empfehle, wichtige Unterlagen immer beisammen zu haben und regelmäßig zu aktualisieren, um bei-spielsweise beim Anruf eines Bankers alle Fragen beantworten zu können. Zu solchen Unterlagen zählen: letzter Jahresabschluss, Planungsrechnung für das laufende Jahr – monatlich mit Soll / Ist-Abgleich, Planungsrechnung für das kommende Jahr – quartalsweise aktualisiert, aktuelles Organigramm mit Profi-len der Führungskräfte, wichtige vertragliche Regelungen.
2. Agieren statt reagieren
Manchmal kann es nützlich sein, aktiv zu werden, bevor es die Bank tut – zum Beispiel mit einer proakti-ven Informationspolitik. Sie informiert den Bankberater regelmäßig über wesentliche Änderungen im Un-ternehmen und trägt so maßgeblich dazu bei, die eigene Seriosität gegenüber der Bank zu festigen. Ent-scheidende Entwicklungen sind beispielsweise Planabweichungen, neue Geschäftsfelder oder neue Großkunden, aber auch Jahresbilanzen oder Planzahlen. Je mehr Engagement der Unternehmer zeigt, desto besser sind seine Chancen für einen Kredit.
3. Auch die „weichen“ Faktoren ernst nehmen
Ich rate, einige wesentliche Richtlinien betriebsintern zu verankern. Man soll mit den leitenden Mitarbei-tern einmal im Jahr Leistungs- und Entwicklungsziele vereinbaren und diese am besten vierteljährlich überwachen. Dieser Ansatz sollte Top-Down für das gesamte Unternehmen gelten und hinreichend do-kumentiert werden. Denn eben diese Dokumentation kann einen entscheidenden Vorteil im nächsten Bankgespräch ausmachen. Wer die Bank aus eigenem Antrieb „auf dem Laufenden hält“, erhöht seine Chancen: Eine offene Kommunikationspolitik vermittelt der Bank immer einen positiven Eindruck. Fol-gende Faktoren können beim Bankgespräch von Bedeutung sein: Management (Führungsstil, Unterneh-mensaufbau, Nachfolgeregelung), Unternehmensentwicklung (Unternehmensstrategie, Planungsrechnung, Risikomanagement), Markt / Branche / Produkte (Produktqualität, Kunden- und Lieferantenstruktur, Stellung im Wettbewerb).
4. Klarheit über persönliche und unternehmerische Ziele
Oft sind die eigenen Ziele nicht genau oder überhaupt nicht formuliert. Der Bankberater will sie aber ken-nen – unternehmerisch wie persönlich. Deswegen sollte das Unternehmen Ziele schriftlich fixieren und sauber formulieren. Dazu bietet sich zum Beispiel die
SMART-Formel an. Sie gibt für eine Zieldefinition folgende Attribute vor:
Spezifisch: Das Ziel genau beschreiben,
Messbar: Die Zielerreichung muss mess-bar sein,
Anspruchsvoll: Das Ziel sollte zu besonderen Leistungen anspornen,
Realistisch: Die zu über-windende Hürde sollte hoch liegen - aber erreichbar,
Terminiert: Das konkrete Erreichungsdatum liegt fest.
5. Immer dranbleiben
Trotz Erfolg dieser Regeln muss der Unternehmer auch weiterhin am Ball bleiben, um nicht einen klassi-schen Jojo-Effekt zu erleiden. Es ist wichtig, sich von Teilerfolgen nicht blenden zu lassen, sondern sich in Kontinuität zu üben. Voraussetzung dazu sind drei einfache Schritte: Unterlagen stets zeitnah aktuali-sieren, Ziele in regelmäßigen Abständen überprüfen und anpassen und schließlich Aktivitätenplan konti-nuierlich fortschreiben
Willi Kreh – Steuerberater und BankStrategieBerater, 23. Juni 2009
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